RÜCKBLICK | Informationsveranstaltung: Warum Menschen fliehen?

RÜCKBLICK | Informationsveranstaltung: Warum Menschen fliehen?

  Globale Zusammenhänge und lokale Auswirkungen von Flucht und Migration

„Wer vor Umweltzerstörung flieht oder aus wirtschaftlicher Not, also vor Hunger oder Armut, hat keinerlei Schutzanspruch. Diesen Menschen wird daher häufig jegliche Legitimation abgesprochen, andernorts nach besseren Lebensbedingungen zu suchen.“ Auf Einladung des DSV referierte am vergangenen Montag Frau Dr. Ramona Lenz von der Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international über die vielfältigen Ursachen von Flucht und Migration weltweit.

Anhand von Beispielen aus drei Weltregionen – Nahost, Westafrika und Mittelamerika – wurden im Vortrag mit Kurzfilmpräsentation einzelne Fluchtursachen beleuchtet. Neben Krieg und Gewalt nannte Frau Lenz vor allem eine Mischung aus Armut, Ausbeutung, Umweltkatastrophen und Chancenlosigkeit als Beweggründe der Flucht und globalen Migration. In ihrem Vortrag wies sie u. a. auf die zunehmende wirtschaftliche und politische Ungleichheit zwischen den Ländern des Nordens und des globalen Südens hin. Billigprodukte aus dem Norden, die u. a. durch fragliche Freihandelsabkommen begünstigt werden und die heimische Produktion zerstören, umweltschädliche Ausbeutung der rohstoffreichen Länder oder Land Grabbing sind nur einige der Gründe, die zur Verarmung und mangelnden Perspektiven der hiesigen Bevölkerung führen und die Menschen zwingen, ihre Heimatländer zu verlassen. „Wer ernsthaft Fluchtursachen bekämpfen möchte, muss sich an der Herstellung und Förderung des sozialen Zusammenhalts und Gemeinwohls statt an ökonomischem Wachstum orientieren“, so Frau Dr. Lenz.

In einer Filmpräsentation ging die Referentin auch auf die Hilfsprojekte und Arbeit verschiedener Initiativen und medico-Partnerorganisationen ein, die die Geflüchteten und MigrantInnen in und außerhalb der Flüchtlingslager der jeweiligen Länder unterstützen.

Wir freuen uns, dass ein großes Interesse an dem Thema herrschte und das Publikum sich rege an der Diskussion beteiligte.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes „Deutsch-Syrischer Verein – ein starker Partner in Darmstadt organisiert und in Kooperation mit dem Amt für Interkulturelles und Internationales der Stadt Darmstadt umgesetzt.