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Rehabilitations-und Prothesenzentrum in Irbid, Jordanien

Seit Ausbruch des Syrienkonfliktes verzeichnen die Anrainerstaaten Syriens einen stetigen und immensen Flüchtlingsstrom. Viele dieser Flüchtlinge sind durch die anhaltenden Kämpfe in ihrem Heimatland schwer verwundet, haben Gliedmaßen verloren und schwere Verletzungen an Knochen, Gefäßen, Nerven und Muskulatur erlitten. Sie sind stark körperlich eingeschränkt und benötigen dringend ausreichende Rehabilitationsmaßnahmen und Prothesen, um wieder ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen zu können.

Faktisch können die vorhandenen Rehabilitationszentren in den Anrainerstaaten den enormen Bedarf an therapeutischer und medizinischer Versorgung jedoch keinesfalls decken. Zudem gab es bisher für syrische Flüchtlinge keine Möglichkeit, die nach Operationen so dringend erforderlichen Rehabilitationsmaßnahmen, die eine Versteifung der Gelenke und den massiven Muskelabbau verhindert, kostenlos zu erhalten. Oft wird der Heilungsprozess durch die richtigen Reha-Maßnahmen beschleunigt, bzw. erst ermöglicht.

Als Reaktion auf den beschriebenen Mangel, errichtete der Deutsch-Syrische Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V. (DSV) 2012 ein neues Rehabilitationszentrum für syrische Kriegsverletzte in Irbid, Jordanien und zugleich ein weiteres in der Türkei. Das jordanische Rehabilitationszentrum, genannt Life Rehabilitation Center, arbeitet mit dem Bestreben seine Patienten wieder in ein, soweit wie möglich, selbstbestimmtes Leben zurück zu führen und bietet alle angebotenen Rehabilitationsmaßahmen komplett kostenlos an. Es werden alle Patienten, unabhängig von Geschlecht, Alter, Staatsagehörigkeit oder politischer Gesinnung behandelt.
Bisher konnten die Mitarbeiter des Rehabilitationszentrums – eine Ärztin und drei Physiotherapeuten – 600 Patienten in 9000 Behandlungsstunden fachgerecht versorgen. Pro Tag kommen zwischen 40 und 50 Patienten für eine physiotherapeutische Behandlung in das Zentrum. Seit kurzem wird auch ein reiner Frauentag angeboten. Zu den angebotenen Behandlungen gehören: Krankengymnastik, Massage, Ultraschalltherapie, Elektrotherapie sowie Trainingsgeräte für den Muskelaufbau an allen Extremitäten und der Wirbelsäule.

Die Kosten für umfassende physiotherapeutische Geräte, sowie die laufenden Betriebs- und Personalkosten werden vollständig vom DSV getragen. Dadurch wird die Aufrechterhaltung des Betriebs in dem Rehabilitationszentrum sichergestellt.

Eine große Erweiterung des Projekts fand im November 2013 statt. Im Rahmen des Projekts „Rehabilitation and provision of prothesis to severely injured or disabled persons“, in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Islamic Relief sowie durch die finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), konnte die bestehende Rehabilitationseinrichtung weiter ausgebaut und ausgestattet werden. Es wurden weitere Therapiemaßnahmen ermöglicht und ein Prothesenzentrum errichtet. Ziel des neuen Prothesenzentrums ist es, insgesamt 210 Prothesen für Bedürftige kostenlos anzufertigen. Nach aktuellem Stand konnten bisher 68 Patienten mit Prothesen ausgestattet werden. Viele weitere Prothesen befinden sich bereits in Auftrag.
Um die Rückkehr zur Selbstständigkeit der Patienten zu unterstützen, bietet das Rehabilitations-und Prothesenzentrum Schulungen im richtigen Umgang mit den Prothesen an und hilft Betroffenen wieder laufen oder schreiben zu lernen. Ziel ist es, dass die Patienten auch im Falle von bleibenden Behinderungen und Restschäden so autonom wie möglich werden und sich selbst versorgen zu können.

Seit Herbst 2014 wird das Zentrum zusätzlich durch eine zahnärztliche Praxis unterstützt.

Mit einem weiterhin aussichtslosen Ende der Gewalt in Syrien und einem unablässigen Flüchtlingsstrom nach Jordanien, nehmen auch die benötigten Rehabilitationsmaßnahmen für die Kriegsverletzten weiter zu. Umso mehr steigt die Bedeutsamkeit einer kontinuierlichen, sich ständig erweiternden sowie qualitativ einwandfreien Versorgung für die verletzten Flüchtlinge. Mit Ihrer Hilfe können wir unsere bisherige Arbeit in Jordanien fortsetzen und weiterentwickeln, um noch mehr Bedürftige zu erreichen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Das Projekt wurde offiziell am 31.10.2015 beendet.

823 Patienten erhielten kostenlose physiotherapeutische Behandlungen.
236 Prothesen wurden angefertigt.
217 Patienten haben kostenlos eine Prothese erhalten.
38 orthopädische Schuhe konnten für Patienten angefertigt werden.