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Neue Krankenstationen in Syrien, Intensivstation kann weiter arbeiten

Pressemitteilung, Darmstadt, 22. Oktober 2013.

Der Deutsch-Syrische Verein hat vier ambulante Krankenstationen in ländlichen und städtischen Gebieten eingerichtet, wo es keine medizinische Versorgung mehr gab. Eine Intensivstation in Aleppo kann weiterhin Kranke und Schwerverletzte behandeln, da das Auswärtige Amt und Islamic Relief Deutschland das medizinische Projekt des Vereins bis Ende Dezember unterstützen.

„In vielen Städten und Regionen Syriens fehlen Krankenhäuser und -stationen. Menschen sterben, weil sie die Fahrt in das nächste Krankenhaus nicht überleben oder weil es keine Transportmöglichkeiten gibt“, berichtet Abdulhamid Al Jasem, der Vorsitzende des Deutsch-Syrischen Vereins zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V. In den vier neu eingerichteten Krankenstationen werden täglich etwa 500 Menschen medizinisch versorgt. Insbesondere ärmere Menschen, die sich eine medizinische Behandlung an einem anderen Ort nicht leisten können, sind darauf angewiesen.
In den vier ambulanten Stationen sind insgesamt 30 Ärzte, Krankenpfleger, Assistenten und Projektkoordinatoren angestellt. Das Projekt trägt auch dazu bei, dass die medizinischen Fachkräfte, die dringend in dem Land gebraucht werden, ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Die meisten Ärzte in den befreiten Gebieten erhalten keinen Lohn mehr; sie arbeiten vorwiegend ehrenamtlich, leben von Spenden und Ersparnissen. „Für die Schwerverletzten und Kranken ist es überlebensnotwendig, dass engagierten Ärzte in Syrien bleiben können und nicht in die Nachbarländer flüchten“, betont Al Jasem.
In einer Intensivstation in Aleppo, die der Verein ausgestattet hat, erhalten seit Mitte Juni 20-30 Patienten regelmäßig eine Dialyse-Behandlung. Über 72 Schwerverletzte und Kranke konnten hier behandelt werden. Durch Telefonate und Kontrollen vor Ort in Syrien stellt der Deutsch-Syrische Verein sicher, dass alle Hilfsgüter ankommen. Die zweite große Medikamentenlieferung begleiteten Mitarbeiter des Vereins, so dass sie vor wenigen Tagen sicher die Intensivstation in Aleppo erreichte. Die schwierige Aufgabe kann der Verein nur bewältigen, weil die Vereinsmitglieder als Ärzte und Physiotherapeuten fachliche Kenntnisse mitbringen, als Deutsche syrischer Herkunft beide Sprachen fließend sprechen und vor allem wegen ihres vertrauenswürdigen Netzwerkes in Syrien.
Für die Umsetzung des Projekts zur medizinischen Versorgung, den Kauf und Transport der Medikamente, die Koordination und Kontrolle in Syrien ist der Deutsch-Syrische Verein verantwortlich. Finanziell unterstützen werden die vier Krankenstationen vom Auswärtigen Amt und Islamic Relief Deutschland im Zeitraum September bis Ende Dezember 2013. Eine Intensivstation in Aleppo wird seit Mai 2013 gefördert; wegen der guten Arbeit wird die Förderdauer bis Ende 2013 verlängert. Es wurde insgesamt eine Summe von etwa 835.000 Euro bereitgestellt. Das Auswärtige Amt finanziert das Projekt zu 90 Prozent, der Verein Islamic Relief Deutschland zu etwa 10 Prozent.

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